Anne meiner ersten Combuterstundn

Anne meiner erstn Combuterstundn

Wir schreiben das Jahr 1986, das Jahr in dem es in Tschernobyl zu dem tragischen Zwischenfall kam und auch das Jahr in dem irgendwo in einer großen Schule in Nürnberg sich Folgendes zutrug:

XT-Rechner anno 1981

I, Boffy b took this photo of my IBM PC, and release it under the GFDL and CC-BY-SA

 

Es gab damols genausu wie heit a scho sehr fleissige und engagierte Lehrer, dei hom bei der Stadt solche Rechner beotrocht. Dei Rechner musst ma erscht mit zwei Floppy-Disks füttern, damit se erst des laufen angfanger ham. A Festplatten habn die fei no net gehabt.

Genauso wars a mit die Programme. Dei hat mer sie selber schreibn main. GW-Basic hat die Sprochn kassn, mit der mer hat ärberten känne.

A Netz gab es blos am Dutzenteich oder in der Pengerzt, die Apparote waren alle samt Stand Alone Maschina mit anner irren Arbeitsgwindigkeit und an Bildschirmbild, wie Sie seng, im modischen Grün auf schwarzem Grund. Bildler hat ma völlig vergessen könne, do ham die Geräde net mit gmacht.

Also was hat mer da mit die Apparate anstelln könne: Rechner müssen rechnen könner und des hammer se a dann machen lassen.

Aber zuerst hammer die Frage der Didaktik klären main: Wo liegt eine  Notwendigkeit rechner zu main. Do is mer mei Frisör eigfalln. Wenn ich bei dem immer auf mein Haarschnitt gwart hab, hab ich mir immer die Heftla angschaut. Mal die mit die Auto, die Rätsel, die mit dem Stern oder die mit dem Spiegel, gelegentlich hat er a Heftla kappt in dene es a Naggerte gebn hat, aber die warn eher nix für die Schul.

Aber was habn die Heftla alle gemeinsam kappt. Richtig die konnt mer in Österreich, Italien, Frankreich und wer weiß wo a nu kafen. So nun wissen di Älteren unter uns, dass es mit´n Euro nu ni weit her war. Österreich hatte Schilling, Italien die Lire usw.

Zurück zur Didaktik…Stellt euch vor, ihr fahrt in Urlaub nach Italien und wollt euch dortn a  Heftla kafn. In welchem Land könnt mer sparn und in welchn zahlt mer mehr? Schon war die Stund geboren, die Ärbert war es nur noch, dem Apparot es beizubringer, wenn mer im gsacht hat, wo mer in Urlaub hinfährt, dass er sagt, was des Heftla in der Urlaubswährung kostn tut. Weiter hat er a nu lerner mein, dass er sagt, was des Heftla in DM kost hat, wenn mer z.B. mit Lire bezahlt hat. Ich soch Euch, da war i länger gesessen als an meiner Lehrprob bis der Apperot des kappiert hat, was i von ihm will.

Die Stunde: Großer Bahnhof die Damen und Herrn der Uni waren da, die Schüler und die Apparote, die alle ganger sind und mit dem Programm gfüttert warn…

Die Aufträg gabs auf Arbeitblättla, die mit´m Umdrucker gmacht wurde und schee nach Spiritus grochen ham (Lernen mit allen Sinnen !!). Es wurden a Haufn Heftla an die Schüler austeilt. Bis auf die Heftla mit die Naggerten war alles vertretn. Und scho gings los. Die Schüler habn alle fleissig in die Apparote neidippt….es wurde immer leiser und ma hat sich richtig freier können, wie sche die ärberten.

Irgendwann wurde es immer lauder und in den hinteren Reihen hab zwa des raffen angfangt. Was war los? Do steht anner von dener zwei Streitgoggel auf und mant:

„Etz hock i scho a halbe Stundn an der Strickzeitung. Der Max hat die Kinozeitung und will mir die net gebn und des siech i gar net ei und hab nur den Tausch beschleunigen woll, dass i mir a mol die Bildla anschauer ka.“